Weihnachten geht wie bei uns natürlich auf die Geburt Jesus zurück, die an diesem Tag gefeiert wird. In Amerika gewann das Fest im 19 Jahrhundert an Popularität, als die Einwanderer ihre chistlichen Bräuche aus ihren Heimatländern mitbrachten. Seit 1870 ist der 25. Dezember ein offizieller Feiertag.
Der Abend des 24. Dezembers ist der "Christmas Eve". Dieser Abend hat eine geringere Bedeutung als in Deutschland. So findet weder die Bescherung noch das Festessen am 24. Dezember statt. Von Bedeutung ist hingegen die Mitternachtsmesse, sie bildet den Auftakt zum "Christmas Day", dem 25. Dezember. An diesem Tag findet am frühen Morgen die Bescherung statt, zu der die Familie, zumindest die Kinder, häufig im Schlafanzug erscheint. Die Amerikaner(bzw. die Kinder) glauben, dass der Weihnachtsmann (Santa Claus) nachts durch den Schornstein kommt und die Geschenke in die am Kaminsims hängenden stockings (lange, häufig mit Namen und Weihnachtsdekoration versehene Strümpfe) legt.
Heutzutage ist die Anzahl der Geschenke jedoch so groß und besteht wie auch in Deutschland nicht mehr nur aus Nüssen, Mandarinen und ähnlichem, so dass die Geschenke unter dem Weihnachtsbaum liegen. Trotzdem wird auch die Tradition der stockings weiter gepflegt, die vom Weihnachtsmann mit Süßigkeiten und kleineren Geschenken gefüllt werden. Der Weihnachtsbaum kann eine Fichte oder Tanne sein, ist aber besonders heutzutage auch häufig künstlich. Santa fliegt auf einem von acht Rentieren (seit der Erfindung Rudolphs 1939 sind es neun) gezogenen Schlitten durch die Nacht. Damit er überhaupt am Haus hält und Geschenke vorbeibringt, stellt man ihm einen Teller mit Plätzchen und ein Glas Milch als Wegzehrung neben den Kamin. Häufig wird auch trockenes Gras oder eine Handvoll Äpfel vor die Haustür gelegt, um die Rentiere anzulocken. Schließlich legen sie einen weiten Weg zurück, kommen sie doch dem Glauben nach vom Nordpol. Dort lebt Santa mit seinen Helfern und Rentieren das Jahr über und stellt die Geschenke her.
Am Abend gibt es das traditionelle Christmas Dinner, bei dem meist Truthahn gegessen wird, so dass es dem Thanksgiving Dinner ähnelt.
Der inoffizielle Beginn der Weihnachtszeit ist Thanksgiving. Besonders Macy's Thanksgiving Parade in New York City gilt als Auftakt der Weihnachtszeit. Ab diesem Zeitpunkt tummeln sich in den Kaufhäusern Weihnachtsmänner und deren Helfer, bei denen die Kinder ihre Wünsche loswerden können. Die Kaufhäuser werden weihnachtlich dekoriert, eine berühmte Tradition sind die riesigen, prachtvoll geschmückten Weihnachtsbäume in den großen Städten, allen voran der Weihnachtsbaum vorm Rockefeller Center in NYC. Vor den Geschäften stehen viele Menschen, die mit einer kleinen Spendendose und häufig mit einer Glocke ausgestattet um Geld für die Armen bitten. Diese Geste zeigt den allgemeinen Weihnachtsgedanken der USA, der trotz allem Kommerz noch immer sehr wichtig ist: Der "Christmas Spirit" soll Großzügigkeit und Festlichkeit verbreiten.
Außerdem schicken viele Menschen Festtags-Grußkarten an Verwandte und Freunde. Man beginnt mit der Weihnachtsdekoration: Häuser und Bäume werden mit Lichterketten geschmückt, in den Vorgärten stellt man häufig leuchtende Weihachtsmann- und Rentierfiguren, Engel oder auch ganze Krippenszenarien auf.
Den Nikolaus und damit auch die Sitte, am 6. Dezember Stiefel vor die Tür zu stellen, kennt man in den USA nicht.
Die Weihnachtszeit bereitet allerdings nicht nur auf das christliche Weihnachtsfest vor, sondern ist auch generell als "Holiday Season" bekannt. In dieser Zeit findet das achttägige jüdische Lichterfest zur Tempelweihe "Chanukah" sowie "Kwanzaa", ein afro-amerikanisches Fest der Familie, Gemeinschaft und der Kultur, statt.
Man wünscht sich in den USA häufig ein "Happy Xmas". Diese Formulierung hat seinen Ursprung im Griechischen, denn X ist der Anfangsbuchstabe des griechischen Wortes für "Christus".