Der Begriff "Kulturschock" wurde von dem amerikanischen Anthropologen Kalvero Oberg geprägt und bezeichnet die Schwierigkeiten beim Zusammentreffen einer fremden Kultur mit der eigenen kulturellen Prägung, sowie den Anpassungsvorgang nach der Übersiedlung in einen anderen Kulturkreis. Diesen unterteilt Oberg in fünf Phasen:
Auch die meisten Au Pairs erleiden in den USA einen Kulturschock. Selbst eine intensive Vorbereitung auf die neue Kultur und eine gründliche Information über den Kulturschock können nicht dazu beitragen, diesen zu vermeiden. Vielmehr gilt es, die Phase des Kulturschocks so gut es geht zu meistern und sie mit der Zeit zu überwinden. Dafür ist es natürlich Voraussetzung, die andere Kultur auch erlernen zu wollen. Es ist wichtig, den Menschen und ihrer Kultur mit Offenheit und Respekt zu begegnen und zu versuchen, ihre Traditionen oder Gewohnheiten aus ihren Augen zu betrachten und sie so zu verstehen. Sich an eine neue Kultur zu gewöhnen, braucht seine Zeit, habe Geduld mit dir selbst und versuche jeden Tag aufs neue, dich anzupassen und mit der Kultur zu leben, statt gegen sie anzukämpfen. Denn viele Au Pairs berichten, eines Morgens aufzuwachen und "einfach alles blöd zu finden". Wer bei dieser Einstellung bleibt und die Besonderheiten des fremden Landes schlecht redet, wird es schwer haben, sich anzupassen. Wenn dich der Kulturschock überkommt, dann verkrieche dich nicht, sondern werde aktiv: Schließe neue Bekanntschaften, entdecke die Umgebung, probiere Neues aus (Essen, Kleidung, Sport...), lass dir Sitten und Bräuche erklären, erlerne die Körpersprache usw. Ebenso wichtig ist es jedoch, sich selbst Auszeiten zu gönnen und einmal abzuschalten von den vielen neuen Eindrücken. Auch das Festhalten an Gewohnheiten aus der Heimat hilft häufig über das Unwohlbefinden hinweg. Du könntest zum Beispiel einmal für deine Familie etwas aus deiner Heimat kochen, oder den Kindern Spiele beibringen, die du als Kind selbst gerne gespielt hast. Ebenso hilfreich für die Überwindung eines Kulturschocks kann es sein, die Kontakte zum Heimatland zu pflegen, sich einem Tagebuch anzuvertrauen oder auch mit der Gastfamilie über die Eingewöhnungsschwierigkeiten zu sprechen. Selbst wenn du bei deinen Gasteltern keinen Rat suchen möchtest, solltest du sie zumindest über deine Schwierigkeiten informieren, damit sie dein Verhalten richtig einzuschätzen wissen und auf dich eingehen können.
Generell gilt immer: Wer seinen Schwierigkeiten offen gegenübertritt und wer sich mit der fremden Kultur auseinandersetzt, wird sich auch relativ schnell in die Besonderheiten einfinden und sich an sie gewöhnen.