Wenn Au Pair und Gastfamilie sich füreinander entscheiden, nennt man das "Matching". Die Gastfamilien bekommen von den Organisationen Bewerbungsunterlagen von Au Pairs zu geschickt, bei denen die generellen Punkte übereinstimmen. Wenn eine Gastfamilie Gefallen an einem Au Pair findet, kann sie Kontakt aufnehmen. Oft schreiben sie erst eine email, um einen Termin zum Telefonieren auszumachen. Das liegt unter anderem daran, dass es natürlich sein kann, dass der Bewerber in der Zwischenzeit schon mit einer anderen Gastfamilie "gematcht" hat. Dann erhalten die Familen per mail eine Absage, ohne Geld fürs nicht ganz billige Telefonieren ausgegeben zu haben. Andere Familien rufen aber trotzdem sofort an, ohne sich vorher anzukündigen. Prinzipiell ist es also möglich, dass eine Gastfamilie schon wenige Tage nachdem du deine Bewerbung an die Organisation geschickt hast, anruft. Meistens dauert es aber Wochen und manchmal sogar Monate. Bei einigen Organisationen wenden sich diese erst an die Au Pairs um zu sagen, dass sie eine geeignete Familie gefunden haben. Nach kurzer Zeit ruft dann die Gastfamilie an.
Das Telefonieren dient natürlich dem Kennenlernen und ist oft einfach eine nette Unterhaltung, in der jeder ein bisschen von sich erzählt. Der Schwerpunkt liegt natürlich meistens auf dem zukünftigen Job. Den Gastfamilien ist es logischerweise sehr wichtig, dass ihre Kinder beim Au Pair gut aufgehoben sind. Einige haben daher eine Art Fragenkatalog entworfen, der Beispielsituationen schildert und fragt, wie die Au Pairs handeln würden. Mögliche Fragen sind zum Beispiel:
Die Fragen sind oft recht offensichtlich gestellt und mit etwas gesundem Menschenverstand so zu beantworten, wie die Gastfamilien es erwarten und wünschen. Wer das nicht hinbekommt, dem fehlt eventuell wirklich die ausreichende Erfahrung, um die Verantwortung eines Au Pairs tragen zu können.
Die Gastfamilie sucht aber nicht nur das Au Pair aus, sondern das Au Pair auch die Gastfamilie. Man muss sich vorher ganz genau überlegen, was man von seiner Familie erwartet.Für einige Gastfamilien ist ein Au Pair nur eine Angestellte, für andere ist es ein Familienmitglied, dass in alle familiären Aktivitäten mit einbezogen wird. Einige Au Pairs wollen gerne so einen engen Kontakt zu ihrer Familie, andere wollen eben nur die Angestellte sein und nach Feierabend ein eigenes, von der Familie unabhängiges Leben leben. Jeder muss für sich selber herausfinden, was das Richtige ist. Wichtig ist vor allem, ehrlich zu sein. Es bringt gar nichts, der Gastfamilie vorzugaukeln, man wäre an ihrem Familienleben interessiert, wenn man in Wirklichkeit nichts damit zu tun haben möchte, nur, damit die Gastfamilie einen wählt. Spätestens vor Ort wird das Missverhältnis offensichtlich werden und zu Problemen führen, die sogar im Gastfamilienwechsel oder in der vorgezogenen Heimreise enden können.
Die meisten Familien und Organisationen und auch viele Au Pairs sagen, dass die Familie vollkommen unabhängig vom Wohnort auszusuchen ist. Ganz so stimmt das vielleicht nicht. Natürlich sollte der Wohnort nicht oberste Priorität haben, denn wenn man mit der Gastfamilie nicht klar kommt, hilft auch der beste Ort nicht. Und natürlich hat man eine verantwortungsvolle Aufgabe und ist nicht zum Party machen und Städte erforschen in den USA. Aber zu behaupten, dass man nicht auch deswegen da wäre, um etwas von der Welt zu sehen und Spaß mit Gleichaltrigen zu haben, ist etwas naiv. Wenn man also keine große Hitze ertragen kann, davon müde und schlapp wird, sollte man vielleicht eine Familie im Süden ablehnen, wer weiß, dass er sich in einer großen Stadt unglücklich und verloren fühlt, sollte vielleicht nicht nach NYC gehen, und wer Pferde liebt und sich in der Natur wohl fühlt, sollte wohl eher die Ranch in Texas wählen als Los Angeles. Dies gilt natürlich immer nur dann, wenn man sich auch mit der dort lebenden Gastfamilie wohl fühlt. Also: Erst die Gastfamilie aussuchen, und dann überlegen, ob man auch mit der Gegend leben kann.
Ansonsten sollte man bei der Wahl der Gastfamilie einfach auf den Bauch hören. Jeder weiß wohl selbst am Besten, welche Familie ihm gefällt. Wichtig ist immer, die Wahl nicht zu überstürzt zu treffen, nur weil man Angst hat, keine andere Familie abzubekommen.
Es ist also wichtig, mehrfach mit der Familie zu telefonieren, bevor du dich entscheidest! Ein Telefonat hilft bei deiner Entscheidung nicht nur durch die gelieferten Informationen, sondern auch durch die Stimme(n), das Lachen und direkte Reaktionen/Antworten auf Fragen. Da man beim Telefonieren auf Englisch und für eine so wichtige Entscheidung aufgeregt ist, ist es wichtig, auf das Gespräch gut vorbereitet zu sein. Dazu sollte man sich im Vorfeld überlegen, welche Fragen man an die Familie hat und worauf es einem ankommt. Ein Notizzettel neben dem Telefon zu lagern,um einige Antworten notieren zu können, ist sicherlich keine schlechte Idee. Ein Gespräch auf Englisch ist ungewohnt und erfordert viel Konzentration, doch es ist wichtig, dass du hinterher auch noch weißt, was dir erzählt wurde. Um dir das leichter zu machen, kannst du dir einen Fragenkatalog anlegen, den du dann nur noch auszufüllen brauchst. So kannst du auch sicher gehen, keine wichtigen Fragen vergessen zu haben. Dieser Fragenkatalog könnte ungefähr so aussehen:
Mit diesen Informationen kannst du im Internet später Näheres über die Gegend erfahren: Immobilienpreise der Gegend, Neighbourhood Reports, sportliche/kulturelle Einrichtungen, Sehenswürdigkeiten u.ä.
Falls die Familie bereits ein Au Pair hat, kannst du natürlich auch mit ihm sprechen. Das Au Pair kann dir erzählen, wie ihr das Leben in der Gastfamilie gefällt, dich über Eigenschaften der Kinder informieren und von ihrem Tagesablauf berichten. Eine faire Gastfamilie achtet darauf, dass das Au Pair ungestört mit dir spricht und verlassen den Raum. Sonst könnte sich das Au Pair natürlich gehemmt fühlen, völlig offen zu sprechen und somit einen falschen Eindruck bei dir hinterlassen. Bestimmt ist das der einen oder anderen Gastfamilie aber überhaupt nicht bewusst, daher fragst du am besten einfach einmal danach.
Gastfamilien in den USA gibt es wie Sand am Meer, mit ein bisschen Geduld ist für jeden die richtige dabei.