Nachdem ich mich entschieden hatte eine Pause einzulegen zwischen Abitur und Studium, stellte sich mir die Frage was ich machen könnte. Ich konnte ja nicht einfach für ein ganzes Jahr auf der Couch rum hängen. Die Auswahl ging vom Freiwilligen Sozialem Jahr über Job suchen bis hin zum Au Pair werden. Nach reichlicher Überlegung stand die Entscheidung fest, dass ich aus Deutschland raus wollte, um die große Welt zu sehen. Zusammen mit einer Freundin hab ich dann die nächste AIFS Zentrale aufgesucht, die glücklicherweise gleich in Chemnitz lag und habe mich etwas informieren lassen. Das klang alles super interessant und aufregend. Viele Leute in meiner näheren Umgebung wie Familie und Freunde fanden die Idee nicht so toll. Für ein ganzes Jahr nach Amerika. Aber mich konnte nichts mehr stoppen. Ich hab die Anmeldung ausgefüllt und dann ging es los. Durch den ganzen Prozess wurde ich von einer Betreuerin begleitet, die sich alle meine Fragen und Probleme angehört hat und immer ein offenes Ohr für mich hatte. Nach dem Interview, dem Telefonat mit den Familien, dem Match und dem Visum beantragen war es dann soweit: Am 15. August hieß es "Bye, bye!" zu meiner deutschen Familie und wenig später dann "Hello Amerika"!
Dieses erste Jahr in Amerika war einfach unbeschreiblich und ich bereue keine Sekunde davon. Ich kam in eine Familie mit drei Kindern (damals sechs Monate, zwei und vier Jahre). Nachdem ich die ersten drei Tage in Hartford überstanden hatte und in NY ins Flugzeug gestiegen bin, hatte ich weiche Knie und meine ersten Zweifel, ob die Familie die Richtige für mich sei und drei Kinder vielleicht doch zu viel für den Anfang wären. Als mich meine Familie aber dann mit Bannern vom Flughafen abgeholt hat und mich alle in den Arm nahmen und die Kinder mir nicht mehr von der Seite rückten, wusste ich, dass ich wohl der glücklichste Mensch der Welt bin.
Ich habe so viel erlebt im ersten Jahr. Das fing schon in der ersten Woche an, als ich zum College ging und meinen jetzigen Boyfriend kennen gelernt habe. Die Menschen waren alle so nett zu mir und haben mich gleich unterstützt, wo immer sie konnten. Meine Familie hat mich sofort herzlich aufgenommen und mir ein zweites Zuhause gegeben, was ich wohl nie so erwartet hätte. Ich wurde in alle Familienaktivitäten mit eingeplant, wie Urlaub und Abendessen.
Diese Erfahrung möchte ich nicht mehr missen, sie hat mich selbstständiger und wesentlich verantwortungsbewusster gemacht. Ich bin ein aufgeschlossenerer Mensch, der vor nichts mehr zurückschreckt, weil ich weiß, dass ich dieses Jahr ganz allein gemeistert habe. Ich würde es allen Mädchen empfehlen die darüber nachdenken, sich aber vielleicht noch im Unklaren sind. Ihr werdet sehen, dass es euer Leben in positiver Hinsicht verändern wird und ihr als neuer Mensch zurück nach Hause kommt.
Ich hab so viel gesehen von den Staaten, was mich einfach nur beeindruckt hat und meine Sicht auf Amerika verändert hat. Man muss einfach offener für Unbekanntes sein, denn das Leben hat immer eine Überraschung für einen zu bieten. Das alles hat mich so beeindruckt, dass ich mich entschlossen habe, ein weiteres Jahr mit meiner Familie zu verbringen und noch mehr unglaubliche Dinge zu erleben. In den zwei Jahren hab ich NY, Washington DC, Florida, Chicago, Indianapolis, Cinncinetti, Nashville(Tennessee), San Fransisco, Las Vegas, Los Angeles, Grand Canyon, Yosemite NP, Denver, Santa Fe und so vieles mehr gesehen. Wer kann das schon von sich sagen?
AIFS ist der beste Weg mehr von der Welt zu sehen!